Interview: Jutta Paulus darüber wie Europa ökologischer sein könnte

Heute Mittag, am 23. Oktober 2020, hat unsere Beisitzende Albana das Mitglied des Europäischen Parlamants und Rheinland-Pfälzerin Jutta Paulus von der Fraktion die Grünen/EFA interviewed.

Das Video in voller Länge könnt ihr entweder auf unserem Instagram-Account ansehen oder in unten angefügtem Video:

(Bitte entschuldigt das Echo im Hintergrund)

Unter anderem wurden folgende Fragen behandelt:

  1. Die Covid-19-Pandemie hat uns unseren Umweltzielen für ein Jahr so nah gebracht, wie selten zuvor. Was sind europäische Strategien, diese Entwicklung nach der Pandemie beizubehalten?
  2. Kann Bahnfahren eine Alternative zu innereuropäischen Flügen sein? Und, wenn ja: Wie könnte sich eine europäisches Bahngesellschaft realisieren lassen?
  3. Dank der Subventionen haben wir eine gewisse Überproduktion, mit der wir andere Märkte überschwemmen (vor allem afrikanische). Siehst Du Möglichkeiten, wie wir dieses Problem lösen können?
  4. Wie können wir mit EU-Agrar-Subventionen bessere Umwelt- und Sozialstandards in der Landwirtschaft herstellen?
  5. Wie schätzt du die aktuellen Vorgänge in der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) ein und welche Reformen wären nötig, um die europäische Landwirtschaft so zu gestalten, dass wir das 1,5 Grad Ziel erreichen können?
  6. Du bist auch Mitglied der Delegation für den Parlamentarischen Stabilitäts- und Assoziationsausschuss EU-Albanien. Wie weit ist Albanien von EU-Standards im Bereich Umwelt/Klima sowie Landwirtschaft entfernt?
  7. Die Klimakatastrophe benötigt einen starken strukturellen Wandel. Wie wollen sie in Zukunft jene die Angst haben sozial angehängt zu werden mitnehmen?
  8. Sie sind auch im Ausschuss für öffentliche Gesundheit. Welche konkreten Überlegungen gibt es, um einer zukünftigen Pandemie besser europäisch entgegenzutreten?
  9. Förderländer wie die USA, Russland aber auch Algerien gehören zu den größten Methan-Verursachern überhaupt. Diese umweltschädlichen Gase, die zum Beispiel auch durch Lecks bei Erdgasförderung entstehen, sollen reduziert werden. Kann und, wenn ja wie, die Europäische Union hier den nötigen Druck ausüben, damit diese Länder solche Ausstöße verringern?
  10. Vor ca. vier Wochen hat eine Statistik gezeigt, dass das reichste 1% das Klima doppelt so stark wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit zusammen belastet und das meist zu Lasten der ärmsten Völker. Was sagst du dazu und inwiefern geht da die EU vor?

Wir danken Jutta Paulus ganz herzlich für ihre Zeit und das sehr angenehme Gespräch. Bedanken wollen wir uns auch bei allen die sich beteiligt oder einfach nur eingeschaltet haben.

Zusammenfassung

Durch die Corona-Pandemie sind wir den Umweltzielen für ein Jahr so nah gekommen, wie selten zuvor. Auf die Frage hin, was europäische Strategien sind, diese Entwicklung auch nach der Pandemie beizubehalten, antwortet Jutta, dass es wichtig ist, aus dieser Krise nachhaltiger rauszukommen. Leider würde das nicht jeder so sehen. Man könne aus dieser Krise lernen und die Art, zu wirtschaften, geändert werden muss, unabhängig davon, ob man in der Klimakrise schneller handeln müsse.

Auch zum Bahnfahren als alternative Lösung hebt Jutta hervor, dass man keine europäische Bahngesellschaft brauche, sondern unbedingt eine bessere Vernetzung und einen Austausch sowie eine Abstimmung untereinander. Dabei erwähnt sie den grenzüberschreitenden Verkehr. Dabei vergleicht sie den vorbildlichen Taktfahrplan der Schweiz.

Zu den Vorgängen und Reformen der GAP, Gemeinsame Agrarpolitik, die europäische Landwirtschaft so zu gestalten, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, gibt Jutta wieder, dass die Landwirtschaft dabei ausgeklammert werden würde. Das erste, was sie machen würde, wäre ein Ende mit Landwirtschaft auf organischen Böden. Alles, was mal Feuchtgebiet war, wird nicht mehr für Anbau genutzt.

Statistiken zeigen, dass das reichste 1% das Klima doppelt so stark wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit zusammen belastet und das meist zu Lasten der ärmsten Völker. Juttas Meinung dazu war, dass das reichste Prozent ihre Billionen in irgendwelchen Steuersümpfen versteckt und nicht mehr angreifbar ist. Wünschen tut sie sich, dass man dort rechtlich ankommt und, dass alle Länder sich darauf berufen, was in Paris bei Klimaabkommen unterschrieben wurde. Dabei ist der Umverteilungsmechanismus sehr wichtig.

Für die Zukunft der EU wünscht sie sich, dass man die Zusammenarbeit der EU wertschätzt, gemessen an den Jahrhundert Kriegen. Wie schnell das wieder zurückgehen kann, siehe man bspw. an den Grenzschließungen zu Anfang der Corona-Krise. Eine demokratischere EU wünsche sie sich auch. Auf der einen Seite gibt es eine super Transparenz im EU-Parlament, aber der Rat der Mitgliedsstaaten hinter geschlossenen Türen tage, eine Art „black box“. Für Jutta wäre ein richtiges republikanisches System toll, wie wir es in Deutschland mit dem Bundestag und Bundesrat, in dem die Interessen der Bundesländer vertreten sind, kennen. So solle es auf europäischer Ebene sein, das Parlament, das direkt gewählt ist, und der Rat der MS, der demokratischer und offener wäre.

Unser Herz ging auf, als Jutta davon sprach, dass in Zukunft auf die Frage “Wo kommst du her?“ mit „Aus Europa“ geantwortet wird.

Wir danken Jutta Paulus ganz herzlich für ihre Zeit sowie ihre sehr schnelle Zusage und das sehr angenehme Gespräch. Bedanken wollen wir uns auch bei allen, die sich beteiligt oder einfach nur eingeschaltet haben.

Interview: Katarina Barley über die aktuellen Herausforderungen der EU

Vergangenen Monat, am 26. August 2020, hat unsere Beisitzende Albana in Kooperation mit der JEF Saarland ein Instagram-Live Interview mit Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments & Mitglied der Europa-Union Rheinland-Pfalz, geführt.

In dem 45-minütigen Interview spricht Frau Barley über die aktuellen Herausforderungen der EU. Ein kurzes Interview-Protokoll gibt es hier zum Download (PDF).

Das Video in voller Länge könnt ihr entweder auf unserem Instagram-Account ansehen oder in unten angefügtem Video:

Wir danken Katarina Barley ganz herzlich für ihre Zeit und das sehr angenehme Gespräch. Bedanken wollen wir uns auch bei allen die sich beteiligt oder einfach nur eingeschaltet haben.

„Nie wieder Grenzschließungen“ Zum Gedenken des Grenzsturms in St. Germanshof

Zusammen mit den Jungen Europäischen Föderalisten Saarland, der Europa-Union Saar, der Europa-Union Rheinland-Pfalz und der Europa-Union Luxemburg haben wir uns gestern, am 6. August, mit einer kleinen Anzahl von Mitgliedern in St. Germanshof getroffen, um an den ersten Grenzsturm vom 6. August 1950 zu erinnern. Auch zwei Zeitzeugen waren anwesend. In einem symbolischen Akt wurde eine Schlagbaumattrappe niedergerissen.

Zwei Zeitzeugen, die vor 70 Jahren beim Grenzsturm dabei waren.

Damals kamen über 300 Student*innen, Professor*innen und Journalist*innen aus neun Ländern an die Zollstation in St. Germanshof und rissen die Schlagbäume auf deutscher und französischer Seite nieder und bekannten sich zu einem gemeinsamen Europa.
https://www.swr.de/swr2/wissen/studentensturm-vor-70-jahren-fordert-europa-ohne-grenzen-sankt-germanshof-wird-wiege-der-europaeischen-union-100.html

Dieses historisch bedeutsame Ereignis hat zur Gründung der Europäischen Bewegung und letztendlich auch zur Gründung der Jungen Europäischen Föderalisten beigetragen. Die Erinnerung daran ist auch gleichzeitig eine Gelegenheit, die Idee eines vereinten Europas ohne Binnengrenzen im Lichte der heutigen Herausforderungen zu reflektieren.

„Wir möchten mit dieser Aktion ein weiteres Zeichen setzen. Die Schließung der Binnengrenzen, das Aussetzen der Schengener-Abkommen und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen widersprechen klar dem Europäischen Gedanken. Nie wieder darf es innerhalb der EU zu einer Schließung der Grenzen kommen. Nie wieder darf das nationale Interesse über der Europäische Idee stehen. Und nie wieder soll in der EU zwischen „uns“ und „den Anderen“ unterschieden werden. In den letzten 70 Jahren gab es nicht einen einzigen Moment, indem transnationale Probleme mit nationalen Lösungen gelöst werden konnten. „Nur eine Europäische Föderation kann unserem Kontinent Freiheit, Sicherheit und Wohlstand garantieren“ heißt es in der Erklärung vom 06.08.1950. Daran hat sich auch heute nichts geändert“, so die JEF.

Wir werden uns immer für ein offenes und grenzenloses Europa einsetzen! 💪🏼🇪🇺

📸 © Andrea Meckel

Interview: Der Umgang mit Strukturellem Rassismus und Diskriminierung von BIPOC

Unsere Beisitzende Albana hat vor kurzem Minusch Afonso zum Thema „struktureller Rassismus“ und „Diskriminierung von BIPoC“ in Deutschland und Europa sowie der Frage, wie man damit umgehen soll interviewed.

Minusch ist Studentin der Germanistik und Geschichte und arbeitet zudem als freie Moderatorin und Reporterin. Im Jahr 2011 wurde sie für ihre Reportage über Rassismus vom Spiegel ausgezeichnet.

Die Einzelfragen kannst du weiter unten nochmals kurz und knapp zusammengeschnitten nach hören. Das komplette Interview könnt ihr hier Anschauen (Länge: ca. 24 Minuten):

Fragen:

  1. Welche Lösungswege gibt es, gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen?
  2. Was können wir als proeuropäischer und weltoffener Verein konkret machen, um dieses Thema anzugehen und uns diesem Problem entgegenzustellen?
  3. Welche Ressourcen zur Bildung sollten genutzt werden?
  4. Wie sollten sich weiße Personen in einer Situation verhalten, in der andere rassistisch angegangen und diskriminiert werden (Stichwort Zivilcourage)? Wie kann man ein Verbündeter („Ally“) für BIPoC in solchen Situationen sein und was sollte man nicht tun?
  5. Wie kann das rassistische Wirtschafts-, Politik-, Gesellschafts- und Bildungssystem, in dem wir leben, überwunden werden? Was können wir tun, um Fortschritt voranzutreiben?
  6. Welche Organisationen/Institutionen sollen Verantwortung übernehmen?

Stellungnahme zu Strukturellem Rassismus und Diskriminierung sowie Solidarität mit der Black Lives Matter Bewegung

Black Lives Matter Demonstration, Juni 2020 in Trier

Wir als Landesverband der Jungen Europäischen Föderalisten Rheinland-Pfalz solidarisieren uns mit der Black Lives Matter-Bewegung. Auch wir sehen als pro europäischer Jugendverband hohen Bedarf an Wahrnehmung, Aufarbeitung und Bekämpfung von strukturellem Rassismus in Europa.

Hierzu fordern wir insbesondere, dass die Landesregierung Rheinland-Pfalz eine transparente Untersuchung von strukturellem Rassismus im Verwaltungsapparat, im Justizsystem und auch im Polizeiwesen durchführt. Hierbei müssen sowohl Interessenvertretungen der marginalisierten Gruppen, insbesondere Schwarze Personen, als auch wissenschaftliche Expert*innen auf den Gebieten von Rassismusforschung, intersektioneller Diskriminierung etc. miteinbezogen werden.

Außerdem muss Fehlverhalten in den oben genannten Bereichen veröffentlicht und aufgearbeitet werden und durch die Entscheidungsträger*innen beaufsichtigt in Disziplinar- und eventuelle juristische Verfahren münden.

Des Weiteren zählt auch die bundesweite transparente Untersuchung eines Repräsentationsdefizites in den Gemeinde-, Stadträten, Kreistagen und Landesregierungen. Hierbei müssen die Interessenvertretungen der marginalisierten Gruppen, insbesondere Schwarzer Personen, als auch wissenschaftliche Expert*innen auf den Gebieten von Rassismusforschung, intersektioneller Diskriminierung etc. miteinbezogen werden.

Zusätzlich muss eine breite öffentliche Debatte angestoßen werden mit der Einbeziehung der von Rassismus und Diskriminierung betroffenen Gruppen. Diese öffentliche Debatte muss auf Augenhöhe stattfinden und sowohl ehrlich als auch reflektiert geführt werden. Diese öffentliche Debatte muss des Weiteren auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene stattfinden.

Insbesondere die Kolonialvergangenheit Europas und die hieraus entstandenen strukturellen Entwicklungen in den einzelnen Nationalstaaten müssen beleuchtet, diskutiert und aufgearbeitet werden sowie folgend zu strukturellen Veränderungen führen.

Die Anerkennung der Mitwirkung europäischer Nationalstaaten an der Kolonialgeschichte verschiedenster Länder und Regionen und der damit verbundenen Verantwortlichkeiten muss hergestellt werden. Hierzu zählen speziell Verantwortlichkeiten aufgrund von Völkermorden und Verschleppungen, zum Beispiel im Falle des Genozides an den Herero und Nama sowie die damit einhergehende Verletzung von Völker- und Menschenrechten.

Als bildungspolitischer Verein fordern wir explizit, dass die Aufarbeitung und Verantwortlichkeit der Kolonialgeschichte auch aus den bereits wissenschaftlichen Erkenntnissen der Postkolonialismusforschung in den allgemeinen Bildungsstand der Bevölkerung durch politische Weiterbildung als auch in die Grundbildung an Schulen ihren notwendigen Einfluss gewinnen. Ebenso muss das Polizei-, Justiz- und Militärwesen durch verpflichtende Weiterbildungen sensibilisiert werden. 

Auch wir als Verein tragen eine Verantwortung

Auf Bundesebene hat die JEF bereits eine Task-Force Diversity  & Empowerment eingerichtet. Unabhängig davon haben wir uns als Landesverband durch unseren eigenen Arbeitskreis Awareness („S.A.M.E.“) zur eigenen Aufarbeitung struktureller Diskriminierung und stärkerem Empowerment von marginalisierten Gruppen verpflichtet und die Position einer*eines unabhängige*n Awernessbeauftragte*n als direkte*n Ansprechpartner*in am 30.03.2020 geschaffen.

Wir wollen somit dem in allen gesellschaftlichen Bereichen vorhandenen strukturellen Rassismus und der Diskriminierung entgegenwirken und hoffen, dass sich auch andere JEF Landesverbände und Vereine ebenfalls dem Thema annehmen.

Online-Stammtisch: Freie Software

Kann Freie, Open Source Software helfen Demokratie und Wirtschaft in Europa zu stärken?

Dieser Frage gehen wir am kommenden Mittwoch, 10.06.2020 um 20:00 auf den Grund.

Konferenzraum (öffnet ca. um 19:45):
https://meeten.statt-drosseln.de/b/jan-v6x-3m3

Ausweichraum (bei technischen Schwierigkeiten):
https://8×8.vc/JEF-RLP-Onlinestammtisch

Foliensatz schon vorab:
https://codeberg.org/janwey/Vortrag_JEFRLP_FreieSoftware/raw/branch/master/Vortrag_FS.pdf

Als unterstützender Verein der „Public Money? Public Code!“ Initiative der Free Software Foundation Europe e.V. sind wir von diesen Effekten Freier Software überzeugt und haben bereits im vergangenen Februar entsprechenden Beschlüssen zugestimmt.

Nun möchten wir das ganze auch auf die Bundesebene Tragen und gleichartige Anträge in den diesjährigen Bundeskongress der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland einbringen.

Hierfür geben wir am Mittwoch einen kurzen Crash-Kurs zum Thema „Was ist Freie Software überhaupt?“ und diskutieren ausgiebig, wieso sie relevant für uns junge europäische Föderalist*innen ist.

Unsere Anträge könnt ihr vorab schon nachlesen:

Wie immer sind alle interessierten herzlich eingeladen zuzuhören oder mit uns zu diskutieren. Hierfür ist keine Anmeldung erforderlich. Ihr benötigt auch keine weitere Software/App, lediglich einen Webbrowser, entweder auf dem Computer oder Smartphone.

Online-Stammtisch: Grenzschließungen

Eigentlich ist der 09. Mai ein Tag der Freude für uns junge Europäer*innen. Denn nur ein Tag nach dem Tag der Befreiung ruft uns der Europatag einerseits ins Gedächtnis, dass Frieden nicht selbstverständlich ist und gibt uns andererseits Hoffnung auf bessere Zeiten, egal wie schlimm es gerade aussehen mag.

Doch in diesem Jahr mussten wir schmerzlich feststellen, dass wir an diesem Tag der Freude voneinander getrennt sind. Nicht nur von unseren Familie und Freunden, sondern auch unseren europäischen Nachbarn. Ein Gedanke, der auch für jene Aktivist*innen unerträglich war, die im Gedenken an die Grenzstürme vor 70 Jahren Anfang diesen Monats die Deutsch-Französischen Grenzen öffneten.

Wie schon im letzten Monat, möchten wir euch erneut zu einem öffentlichen Online-Stammtisch einladen.

Um über das Thema Grenzschließungen und europäische Möglichkeiten in der Krise zu reden, treffen wir uns am kommenden

Mittwoch, 13.05.2020 um 20:00

zu unserem zweiten Online-Stammtisch. Hierfür nutzen wir die Konferenzplattform BigBlueButton. Hier braucht hierfür nichts weiter als einen Webbrowser (z.B. Firefox, Chrome oder Safari) und eine halbwegs verlässliche Internetverbindung, egal ob ihr mit dem PC oder Smartphone teilnehmen möchtet.

Wie immer verstehen wir den Stammtisch als eine lockere Runde für den Meinungsaustausch. Es ist weder Vorbereitung noch Expert*innenwissen nötig.

Genauere Details zum Stammtisch und Konferenzraum folgen noch 30 Minuten vor Beginn sowohl in diesem Blogpost, als auch in folgendem Dokument (siehe auch unterer QR-Code): https://frama.link/JEF-RLP-Stammtisch-052020

Konferenzraum: https://meeten.statt-drosseln.de/b/jan-v6x-3m3

Grenzsturm im Mai 2020

Am heutigen Sonntag, den 3. Mai 2020, haben junge Europäer*innen, Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten und Sympathisant*innen, an verschieden Orten im Saarland die Grenzbarrieren an der deutsch-französischen Grenze beseitigt und mit Transparenten und Parolen auf die Verletzung des Schengener Abkommens aufmerksam gemacht.

Update: Aufmerksamkeit in den Medien

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License.

“Vor siebzig Jahren stürmten in St. Germanshof junge Franzosen*innen und Deutsche gemeinsam die Grenze, um die Schlagbäume, die einer Freundschaft zwischen beiden Ländern im Weg standen, niederzureißen”, so ein*e Teilnehmer*in an der Aktion. “Dieser Grenzsturm, der ein wichtiges Schlüsselereignis der deutsch-französischen Freundschaft und der europäischen Einigung darstellt, war die Geburtsstunde der Europäischen Bewegung aus der wir hervorgingen”.

In dieser Tradition handelten heute die Vertreter*innen einer Generation, für die, dank des Europäischen Traumes, Grenzen stets abstrakte Inhalte der Geschichtsbücher waren. Doch nun rückten diese Grenzen, durch die willkürliche und einseitige Grenzschließung Deutschlands, wieder in erfahrbare Nähe.

“Schon zu Beginn der Grenzschließungen stellten wir uns gegen ein solches, nationales und falsches Vorgehen”, so ein*e weitere*r Teilnehmer*in. Durch die jüngste Aussage des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon “Grenzschutz sei Menschenschutz” sowie sein Aktionismus zu Grenzschließungen waren klare Handlungssignale für die Teilnehmenden gesetzt: “Wir müssen das Erbe von St. Germanshof wahren und wir müssen diesem Erbe folgen, wenn die Politik sich in alten Denkweisen zu verirren scheint!”

Die Grenzöffnung an zwei Orten zwischen dem Saarland und Frankreich stellt eine symbolische Handlung dar und die Kritik an der Grenzschließungen der Bundesrepublik Deutschland generell. “Die physischen Grenzen haben alte Klischees und Vorurteile wiederbelebt und führten bereits zu dutzenden Übergriffen auf französische Freund*innen”, lässt sich ein*e weitere*r Teilnehmer*in zitieren und fährt fort: “Das reflexartig Grenzen geschlossen werden, stellt nie die Lösung eines Problems dar. Wie schon die Geschichte zeigt, verursacht das immer neue Probleme”.

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License.

Der bereits angerichtete Schaden bedarf dabei einer ehrlichen Aufarbeitung sowie der Einsicht der Politik, einschließlich einem Rücktritt von Klaus Bouillon. Obwohl es bereits vereinzelte Grenzöffnungen gab, besteht weiterhin die Angst, dass diese Grenzen nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden. Das nach halbherziger Symbolpolitik wieder eine destruktive Politik folgt.

Daher werden wir weiterhin für offene Grenzen eintreten und rufen die Zivilgesellschaft auf, diese Grenzschließungen nicht erneut zuzulassen. Um mit Alphonse Allais zu schließen: “Hast du einmal die Schranken übertreten, gibt es keine Grenzen mehr“.

Online-Stammtisch: Krisen und Herausforderungen der EU im neuen Jahrzehnt

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage ist es unseren Kreisverbänden nicht möglich lokale Stammtische, Veranstaltungen und Diskussions-Panel anzubieten. Wir arbeiten aus diesem Grund eng mit unseren KVs um nun regelmäßige, landesweite Online-Stammtische anzubieten.

Der erste in dieser Reihe wird heute, am 22.04.2020 um 20:00 stattfinden.

Thema: „Krisen und Herausforderungen der EU im neuen Jahrzehnt“
Wann: 22.04.2020 um 20:00

Konferenzraum: https://8×8.vc/JEFRLP_Stammtisch_EUin2020
  oder per Dial-in: 0049 800 6273033 Code: 3565 8332 34
Ausweichalternative: https://meeten.statt-drosseln.de/b/jan-pn4-tgc
  oder per Dial-in: 0049341-24250015 Code: 76279 (Zusätzliche Kosten können entstehen)
(Eine Erklärung der beiden Räume findest du weiter unten)

Die genutzte Software für die Konferenzräume ist die quelloffene, Freie Software „Jitsi“ (https://jitsi.org/jitsi-meet/). Wenn du per PC/Laptop teilnehmen möchtest, brauchst du nichts weiter als einen Webbrowser (Mozilla Firefox oder Google Chrome, vermutlich auch Chromium, Opera, Edge). Möchtest du per Smartphone teilnehmen, benötigst du die kostenlose „Jitsi Meet“ App. Eine Registrierung ist nicht notwendig.

Falls es bei der Konferenz zu technischen Schwierigkeiten kommen sollte, wechseln wir gegebenenfalls auf unsere Ausweichalternative, die mit BigBlueButton (https://bigbluebutton.org/) betrieben wird. Auch hierfür ist lediglich ein Web-browser nötig.

Europawerkstatt 2018

Herzliche Einladung zur Europawerkstatt vom 27. bis zum 29.07. in Berlin!

Jedes Jahr lädt die JEF Deutschland zur Europawerkstatt (EWS) in Berlin ein, die das Ziel hat, junge Multiplikator*innen aus Verbänden und Organisationen mit Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verwaltung zusammen zu bringen. Dabei bedienen wir uns dem Format der „Unconference“, das die eigentlich interessanten kleinen Gespräche der Kaffeepausen zum Prinzip macht.

Statt einer festgelegten Agenda können die Teilnehmer*innen am ersten Tag selbst Themenvorschläge für die Sessions einbringen und die folgenden Tage dann selbst entscheiden, an welchen Workshops rund um europapolitische Themen sie teilnehmen wollen. Die Themen der angebotenen Sessions reichen dabei von “Europäischen Wahlrecht” und “Europäische Werte” über “Sozialtourismus”, “TTiP”, “Klima und Mobilität” bis hin zu “Flüchtlinge in Deutschland“, “Investitionsstrategie” und “Russland”.

Der dritte Tag der Europawerkstatt wird dazu genutzt, die Diskussionen und Ideen der vorherigen Tage auszuwerten, zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Dies bietet auch Gelegenheit, sich für Projekte zusammen zu schließen, oder konkrete Ideen oder Forderungen zu den heißen Themen zu entwickeln.